Elektrisch in die Toskana

Ganz Deutschland regt sich gerade über die hohen Benzinpreise. Zeit also, die E-Mobilität zu testen. Wir wagen daher ein vermeintliches Abenteuer und starten mit einem Skoda Enyaq 60 nach Italien. Der 60er hat die kleinste Batterie, und die Reichweite geht selbst bei 100% Ladung nicht über 350 Kilometer hinaus. Gestern sind wir von Landsberg nach Lucca aufgebrochen. Kleiner Spoiler: Selbst an den Raststätten an den Autobahnen in Österreich und Italien liegen die Preise unter denen in Deutschland. Merkwürdig.

Um 9:00 Uhr geht’s los: Landsberg – Garmisch – Innsbruck – Brenner – Bozen – Modena – Bologna – Florenz – Lucca. Knapp 700 Kilometer. Das Navi berechnet die Ankunftszeit auf 17:50 Uhr. In dieser Berechnung ist die Zeit für zwei Ladestops integriert. Kurz vor 12 Uhr steuern wir das Parkhaus beim Brenner Outlet hat, parken an einem der vielen Schnellladern. Während des Ladens gehen wir shoppen. Und schon nach 30 Minuten meldet die App, dass unser Skoda vollgetankt ist.

Was uns auf der Weiterfahrt auffällt: Das Navi zeigt viele Ladepunkte rechts und links der Autostrada an. Die Mär von nicht ausreichender Lade-Infrastruktur ist damit widerlegt.

Gegen 15 Uhr wollen wir eine Kaffeepause machen und fahren Modena Süd raus. Skoda lädt, wir trinken Kaffee und essen Piadine. Der Schnelllader ist schneller als wir, denn wir verbinden den Kaffee mit Shopping. Dadurch wird die Pause länger als von der Navitechnik vorausberechnet.

Als wir weiterfahren, hat sich daher die Ankunftszeit auf 19 Uhr verschoben. Macht aber nichts. Rund um uns herum blüht schon alles: Apfelbäume, Magnolien, Forsythien – der italienische Frühling begrüßt uns farbenprächtig. Es geht nach Bologna, und dann über Florenz nach Lucca. Kurz nach 19 Uhr rollen wir dort emissionsfrei ins Parkhaus.

Tag 1 endet mit Tordelli Lucchese in unserem Lieblingsrestaurant L‘Oste di Lucca. Was haben uns die ersten 700 km unserer Toskana-Reise gekostet? Einfache Rechnung: Durchschnittsverbrauch etwa 20 kWh pro 100 Kilometer macht 140 kWh. Getankt haben wir für 40 Cent. Ergebnis: 56 Euro.

Rechnet selbst aus, was Euer Verbrenner auf 700 Kilometern verbrannt hätte. Wir bleiben die nächsten zwei Tage hier, dann geht’s weiter ins Chianti-Gebiet.

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